Häufige Fragen 

Wir geben hier Antworten auf häufig gestellte Fragen im Bereich Strahlenschutz.

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Wie erlangt man die Fachkunde im Strahlenschutz in der Röntgendiagnostik?

Um die Fachkunde im Strahlenschutz erwerben zu können, müssen verschiedene für das jeweilige Fachgebiet relevante Strahlenschutzkurse absolviert und mit Erfolg abgeschlossen werden sowie Sachkundezeiten, d.h. Berufserfahrung, nachgewiesen werden. Die Sachkunde umfasst theoretisches Wissen und praktische Erfahrung bei der Anwendung ionisierender Strahlen am Menschen in dem entsprechenden medizinischen Anwendungsgebiet.

Hierzu sind die folgenden Kurse in der angegebenen Reihenfolge zu besuchen:

Kurs zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz in der Röntgendiagnostik für Ärzte
(ab diesem Kurs werden erst die Sachkundezeiten anerkannt, Tätigkeiten vor diesem Kurs werden in der Regel nicht angerechnet). Dieser Kurs umfasst 8 Uh, davon sind 4 Uh Theorie und 4 Uh praktische Einweisung an Röntgengeräten vor Ort durch einen Arzt mit der erforderlichen Fachkunde. Die Teilnahme an diesem Kurs muss durch einen anerkannten Kursveranstalter bescheinigt werden.

Der Kenntniserwerb kann z.B. in NRW auch durch zwei separate Teile erfolgen:

a) Anerkannter Kurs zur Vermittlung der Kenntnisse (4 Uh) mit Kursbescheinigung.

b) Praktische Einweisung (4 Uh) vor Ort durch einen Arzt mit der erforderlichen Fachkunde, durch den diese Einweisung auch durch Zeugnis bestätigt wird.

Grundkurs im Strahlenschutz im medizinischen Bereich nach Röntgenverordnung
(In der Regel entsprechen die Grundkurse auch der Strahlenschutzverordnung. Das ist für diejenigen Ärzte von Vorteil, wenn sie später auch nach Strahlenschutzverordnung tätig werden wollen, z.B. in der Strahlentherapie oder Nuklearmedizin). Dieser Kurs umfasst 24 Uh und muss mit einer Prüfung abgeschlossen werden.

Spezialkurs Röntgendiagnostik
Dieser Kurs umfasst 20 Uh und muss mit einer Prüfung abgeschlossen werden.

Diejenigen Ärzte, die Untersuchungen an CT´s und/oder Interventionen durchführen wollen, müssen die folgenden Kurse absolvieren:

Spezialkurs Computertomographie
(4 Uh, zusätzlich zum Spezialkurs Röntgendiagnostik, muss mit einer Prüfung abgeschlossen werden)

Spezialkurs Interventionsradiologie
(4 Uh, zusätzlich zum Spezialkurs Röntgendiagnostik, muss mit einer Prüfung abgeschlossen werden)

In NRW und auch in anderen Bundesländern kann der theoretische Teil des Kenntniskurses im Grundkurs ohne zeitliche Verlängerung enthalten sein (Erweiterter Grundkurs. Der praktische Anteil des Kenntniskurses kann davon separat absolviert werden (siehe dort unter b).

Die Anforderungen zum Sachkundeerwerb für Ärzte sind in der Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin und Zahnmedizin“ vom 22. Dezember 2005 geregelt. Diese Richtlinie kann in unserem Downloadbereich abgerufen werden.

So beinhaltet der Erwerb der Sachkunde für die Untersuchung mit Röntgenstrahlen in der Heilkunde insbesondere das Erlernen der rechtfertigenden Indikation, der technischen Durchführung und der Befundung von Röntgenaufnahmen.

So müssen z.B. gemäß Richtlinie für den Erwerb der Sachkunde in der Notfalldiagnostik bei Erwachsenen und Kindern (einfache Röntgendiagnostik im Rahmen der Erstversorgung ohne CT) in einem Zeitraum von mindestens 12 Monaten 600 Untersuchungen durchgeführt werden. Für das gesamte Gebiet der Radiologie bei Erwachsenen und Kindern einschließlich CT sind in einem Zeitraum von 42 Monaten (davon mind. 12 Monate CT) 5000 Untersuchungen nachzuweisen. Die Anwendungszahlen und Mindestzeiten sind zu dokumentieren.

Weitere Einzelheiten sind mit der zuständigen Stelle zu klären.

Sowohl die Kenntnisse als auch die Fachkunde im Strahlenschutz müssen von der zuständigen Stelle, in der Regel die Ärztekammer, bescheinigt werden. Dazu müssen neben der Approbationsurkunde die Kursbescheinigungen und im Falle des Erwerbs der Fachkunde auch die Sachkundenachweise eingereicht werden.

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Wie erlangt man die Fachkunde im Strahlenschutz in der Strahlentherapie oder Nuklearmedizin?

Für den Erwerb der Kenntnisse und Fachkunde im Strahlenschutz in der Strahlentherapie und Nuklearmedizin gelten ähnliche Regeln wie bei dem Erwerb der Fachkunde in der Röntgendiagnostik, es gibt Kenntniskurse, Spezialkurse für die entsprechenden Anwendungsgebiete und Vorgaben für den dazugehörigen Sachkundeerwerb. Für diese Anwendungen, die der Strahlenschutzverordnung unterliegen, gilt die Richtlinie „Strahlenschutz in der Medizin“ vom 22. April 2002.

Die Kurse müssen in der folgenden Reihenfolge absolviert werden:

Strahlenschutzkurs für Ärzte zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz in der Nuklearmedizin und Strahlentherapie
(ab diesem Kurs werden erst die Sachkundezeiten anerkannt, Tätigkeiten vor diesem Kurs werden in der Regel nicht angerechnet)
Dieser Kurs umfasst 24 Uh und muss mit einer Prüfung abgeschlossen werden.

Grundkurs im Strahlenschutz im medizinischen Bereich
Dieser Kurs entspricht dem o.g. Grundkurs, muss aber zwingend auch nach Strahlenschutzverordnung anerkannt sein.

Für Nuklearmediziner:

Spezialkurs im Strahlenschutz für den Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen
Dieser Kurs umfasst 24 Uh und muss mit einer Prüfung abgeschlossen werden.

Für Strahlentherapeuten:

Spezialkurs im Strahlenschutz in der Brachytherapie (Bestrahlungsvorrichtungen, Strahler und endovaskuläre Strahlentherapie)
Dieser Kurs umfasst 24 Uh und muss mit einer Prüfung abgeschlossen werden.

Oder, je nach Anwendungsbereich:

Spezialkurs im Strahlenschutz in der Teletherapie
Dieser Kurs umfasst 28 Uh und muss mit einer Prüfung abgeschlossen werden.

Die Vorgaben zum Erwerb der Sachkunde können Sie der o.g. Richtlinie entnehmen. Diese Richtlinie kann in unserem Downloadbereich abgerufen werden.

Sowohl die Kenntnisse als auch die Fachkunde im Strahlenschutz müssen von der zuständigen Stelle, in der Regel die Ärztekammer, bescheinigt werden. Dazu müssen neben der Approbationsurkunde die Kursbescheinigungen und im Falle des Erwerbs der Fachkunde auch die Sachkundenachweise eingereicht werden.

Das Haus der Technik bietet, abweichend von diesen in der Richtlinie nach Strahlenschutzverordnung vorgegebenen Kursen, folgende anerkannte kombinierte Kurse in seinem Stammhaus in Essen an:

Strahlenschutz-Grundkurs mit integrierter Unterweisung nach RöV (Theorie und Praxis) einschließlich Kenntnisnachweis nach Strahlenschutzverordnung
Dieser Kurs umfasst 28 Uh und muss mit einer Prüfung abgeschlossen werden. Mit diesem Kurs entfällt der 8stündige Kenntniskurs nach RöV, sowie der 24stündige Kenntniskurs nach Strahlenschutzverordnung.

Spezialkurs im Strahlenschutz in der Tele-, Brachy- und Röntgentherapie
Dieser Kurs umfasst 34 Uh und muss mit einer Prüfung abgeschlossen werden.
Hiermit entfällt der o.g. Spezialkurs im Strahlenschutz in der Brachytherapie.

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Welche Voraussetzungen sind notwendig, um als im Strahlenschutz ermächtigter Arzt tätig werden zu können?

Die von der Behörde ermächtigten Ärzte sind berechtigt, die nach der Strahlenschutzgesetzgebung vorgeschriebenen Untersuchungen strahlenexponierter Personen durchzuführen. Die Voraussetzungen für die Erteilung der Ermächtigung sind:

a) Die Approbation als Arzt oder die Erlaubnis zur vorübergehenden Ausübung des ärztlichen Berufes in der Bundesrepublik Deutschland,

b) eine mehrjährige praktische ärztlicheTätigkeit in einem oder mehreren für die Aufgaben des ermächtigten Arztes relevanten Gebieten mit insbesondere arbeitsmedizinischen Inhalten und

c) der Erwerb der im Strahlenschutz erforderlichen Fachkunde für die arbeitsmedizinische Vorsorge beruflich strahlenexponierter Personen durch ermächtigte Ärzte.

Die Forderungen nach b) sind für Fachärzte für Arbeitsmedizin, Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin und für Ärzte mit einer arbeitsmedizinischen Fachkunde erfüllt. Für andere Ärzte ohne eine arbeitsmedizinische Berufsausbildung ist der Besuch eines zusätzlichen Kurses zur arbeitsmedizinischen Bewertung von Arbeitsplätzen für zu ermächtigende Ärzte zu absolvieren.

Die unter c) geforderte erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz beinhaltet die erfolgreiche Teilnahme an einem 24stündigen Grundkurs im Strahlenschutz nach Röntgen- und Strahlenschutzverordnung und eines 48stündigen Spezialkurses im Strahlenschutz für zu ermächtigende Ärzte, sowie die Vorlage der Nachweise über die Sachkunde. Die Sachkunde wird durch eine mindestens 6monatige Tätigkeit unter der Anleitung und Verantwortung eines ermächtigten Arztes erworben, wobei mindestens 25 Untersuchungen beruflich strahlenexponierter Personen durchzuführen sind.

Die Fachkunde im Strahlenschutz muss von der zuständigen Stelle, in der Regel von der Ärztekammer, bescheinigt werden. Dazu müssen neben der Approbationsurkunde die Kursbescheinigungen und auch die Sachkundenachweise eingereicht werden.

Die Richtlinie “Arbeitsmedizinische Vorsorge beruflich strahlenexponierter Personen durch ermächtigte Ärzte”, in der diese Regelungen vorgegeben sind, kann in unserem Downloadbereich abgerufen werden.

Die Termine zu den notwendigen Kursen zum Erwerb der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz für zu ermächtigende Ärzte können sie unserer Webseite entnehmen.

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Muss OP-Pflegepersonal oder Endoskopiepersonal, das den C-Bogen oder ein anderes Durchleuchtungsgerät bedient, auch einen Strahlenschutzkurs besuchen?

Ja, denn in der Röntgenverordnung § 24 Absatz 2 ist geregelt, dass die technische Durchführung nur Personen erlaubt ist, die eine abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung und die Kenntnisse im Strahlenschutz besitzen und sich unter ständiger Aufsicht eines fachkundigen Arztes befinden. Zur technischen Durchführung gehört das Einstellen der technischen Parameter an der Röntgeneinrichtung, das Lagern des Patienten unter Beachtung der Einstelltechnik, das Zentrieren und Begrenzen des Nutzstrahls, das Durchführen von Strahlenschutzmaßnahmen und das Auslösen der Strahlung.

Zur Erlangung der Kenntnisse im Strahlenschutz ist gemäß der Richtlinie “Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin” vom 22.12.2005 ein 20-stündiger Strahlenschutzkurs für OP-Personal zu absolvieren. Diese Richtlinie, sowie auch die Röntgenverordnung, können Sie in unserem Downloadbereich abrufen.

Diese Schulungen führen wir nicht nur in unserem Hause sondern auch gerne in Ihrer Klinik als Inhouse-Seminar durch. Bitte setzten Sie sich diesbezüglich mit uns in Verbindung.

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Was versteht man unter dem “Röntgenschein” für Arzthelferinnen?

Den Begriff “Röntgenschein” gibt es in der Strahlenschutzgesetzgebung nicht. Er hat sich umgangssprachlich etabliert und bedeutet, den Nachweis zu besitzen, Röntgenstrahlen zur technischen Durchführung anwenden zu dürfen. Hierzu sagt die Röntgenverordnung in § 24, Absatz 2, Satz 4, dass Personen mit einer abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung Röntgenstrahlen zur technische Durchführung nur dann anwenden dürfen, wenn sie unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines Arztes stehen, der die Fachkunde im Strahlenschutz besitzt, und die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz besitzen.

Zur Erlangung der Kenntnisse im Strahlenschutz ist gemäß der Richtlinie “Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin” vom 22.12.2005 ein 90-stündiger Strahlenschutzkurs zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz in der Röntgendiagnostik zu absolvieren. Das nach erfolgreichem Abschluss ausgestellte Zertifikat muss bei der zuständigen Stelle, in der Regel die Ärztekammer, eingereicht werden. Erst diese Stelle erteilt den Nachweis über die Kenntnisse im Strahlenschutz, der dann auch häufig als “Röntgenschein” bezeichnet wird.

Zu den Personen, die über eine sonstige medizinische Ausbildung verfügen, zählen z.B. medizinische Fachangestellte, Arzthelfer/innen, Krankenschwestern, Krankenpfleger, Physiotherapeuten/innen, Rettungsassistenten/innen und medizinische Funktionsassistenten/innen.

Die o.g. Richtlinie, sowie auch die Röntgenverordnung, können Sie in unserem Downloadbereich abrufen.

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Wer darf Teleradiologie betreiben?

Die Voraussetzungen zum Betrieb einer Röntgeneinrichtung in der radiologischen Diagnostik sind in der Röntgenverordnung im § 3 Absatz 2 und 3 geregelt. Darüber hinaus werden im Absatz 4 die weiteren Voraussetzungen genannt, die erfüllt werden müssen, um teleradiologisch tätig werden zu dürfen.

Die Person, die sich nicht am Ort der technischen Durchführung aufhält, muss über die Fachkunde im Strahlenschutz für das Gesamtgebiet der Radiologie (RöV §24 Abs. 1 Nr.1) besitzen. Dies wird in der Regel ein Radiologe sein. Er stellt nach eingehender Beratung zusammen mit dem Arzt, der sich am Ort der technischen Durchführung befindet, die rechtfertigende Indikation zur Untersuchung. Der Arzt, der am Ort der technischen Durchführung anwesend ist, ohne über die erorderliche Fachkunde im Strahlenschutz zu verfügen, muss mindestens die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz und die fachlichen Voraussetzungen besitzen, um dem fachkundigen Arzt, der die rechtfertigende Indikation stellt, die notwendigen Informationen zu liefern. Die Kenntnisse werden erworben durch den Besuch eines 8stündigen “Kurses für Ärzte am Ort der technischen Durchführung in der Teleradiologie”, sowie durch praktische Erfahrung. Diese ist über zwei Wochen hinweg arbeitstäglich in dem für die Teleradiologie relevanten Arbeitsgebiet zu erwerben und mit einem Zeugnis des fachkundigen Arztes nachzuweisen (Richtlinie “Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin” vom 22.12.2005).

Die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz des Arztes am Untersuchungsort gelten auch als nachgewiesen, wenn eine Fachkunde im Strahlenschutz entsprechend der o.g. Richtlinie und eine Bestätigung des Teleradiologen über eine ausreichende praktische Erfahrung und Einweisung für eine Tätigkeit als Arzt am Untersuchungsort vorliegen. In diesem Fall ist daher der Besuch eines Kurses zur Teleradiologie nicht notwendig.

Die technische Durchführung der Untersuchung ist nur MTRA oder MTA mit Fachkunde im Strahlenschutz erlaubt (RöV §24 Abs. 2 Nr.1 oder 2). Arzthelferinnen dürfen diese Tätigkeit nicht ausüben.

Weitergehende Details entnehmen Sie bitte der Röntgenverordnung und der o.g. Richtlinie, die beide in unserem Downloadbereich abrufbar sind.

Die entsprechenden Kurse zur Teleradiologie führen wir auch in Ihrer Klinik als Inhouse-Seminar durch. Bitte setzten Sie sich diesbezüglich mit uns in Verbindung.

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